Um die verschiedenen Bearbeitungsszenarien möglichst realitätsnah demonstrieren zu können, hatte Rotzoll speziell für die Veranstaltung per 3D-CAD eine 200 x 200 x 90 mm große Baugruppe konstruiert. Diese besteht mit Auswerferdruckplatte, Auswerferhalteplatte und Auswerferführungsplatte sowie Formeinsatz (Auswerferseite) aus den typischen Teilen eines Kunststoffspritzgusswerkzeugs, hier beispielsweise zur Herstellung einer Motorabdeckung. Bis auf die Auswerferführungsplatte, die aus korrosionsbeständigem 1.2083 ESU 50+2 HRC bestand, wurde bei allen Bauteilen der hochfeste und ebenfalls vorgehärtete (52+2 HRC) Warmarbeitsstahl 1.2343 ESU verwendet. Natürlich hatte Rotzoll die Bau-
gruppe bereits im Vorfeld des Workshops komplett gefertigt. Anhand eines zweiten Formeinsatzes, der auf der RXP 601 DSH gespannt war, konnte im späteren Praxisteil das Rippenfräsen (Schruppen), das komplette Auswerferbohren und das Herstellen der Beschriftung von den Teilnehmern live auf der Maschine begutachtet werden.
Flächenfräsen auf Endmaß in Polierqualität
Der Formeinsatz stand an diesem Tag klar im Mittelpunkt der Betrachtungen. Hier ging es zunächst um dessen seitliche Flächen und damit die Passflächen, deren Herstellung nicht ganz trivial ist. Denn diese stellen hohe Anforderungen an die Maßhaltigkeit, Winkeligkeit beziehungsweise Parallelität sowie an die Oberflächengüte. „Nach dem Härten werden
normalerweise die fünf oder sechs Seiten auf der Flachschleifmaschine bearbeitet", erklärt Schadeck die klassische Vorgehensweise, dies bedingt einen zusätzlichen Arbeitsgang, der zudem nur sehr schlecht automatisiert werden kann und damit fast immer großen manuellen Aufwand mit entsprechenden Fertigungskosten bedingt. „Hier wollen wir im Rahmen einer Systemlösung das Fräsen gegenüberstellen.“ Deshalb wurden von Rotzoll die Seitenflächen des Formeinsatzes mit der Strategie Planfräsen gefräst, in diesem Fall 3-achsig. „Bei einer weiten Distanz empfiehlt sich das Zickzackfräsen ohne Abhebebewegungen – wenn es um besonders hohe Oberflächengüte geht – nicht", lautet dabei seine Empfehlung.